Dortmund-Dorstfeld
Dorstfeld gehört zu den ältesten Ansiedlungen an der Handelsstraße des Hellwegs vor den Toren Dortmunds. Das Dorf wurde schon früh in den Stadtbeschreibungen Dortmunds erwähnt, gehörte 1841 zu Lütgendortmund und war von 1886 bis 1914 selbständig. Die Geschichte des Ortes ist eng verknüpft mit dem Bergbau, aber auch mit der Gründung der deutschen Bergarbeitergewerkschaft, dem Widerstand im Ruhrkampf in den 20er Jahren und im Nationalsozialismus.
Schon 1869 galt Dorstfeld als eine der produktivsten Bergwerke im Ruhrgebiete. Zwischen 1913 und 1919 wurde eine Zechensiedlung gebaut, da akute Wohnungsnot herrschte. Nach der Schließung der Zeche 1963 ging der größte Teil der Siedlung in Eigentum über. 1993 trat die Denkmalbereichsatzung in Kraft.
Dorstfeld liegt im Dortmunder Westen. Eines der berühmtesten Gebäude dort ist der " Hannibal". Es ist im Schnitt 14 Stockwerke hoch, hat 7 Hausnummern und eine Menge an sozialen Mietswohnungen. Hinter dem modernen Bauwerk befindet sich Land eines Bauern. Ebenfalls ein typisches Merkmal von Dorstfeld ist die Wittener Straße. Sie führt durch den ganzen Ort, angrenzend an Huckarde im Norden Dorstfelds und im Süden an Oespel mit Auffahrt zur B1. Die Universität Dortmund grenzt ebenfalls an Dorstfeld. Sie ist neben dem Studieren ein beliebter Anlaufpunkt von Spaziergängern, dient also als Erholungsgebiet. Auch zu diesem Zwecke dient der Schulte-Witten-Park. Eine Grünanlage in Unterdorstfeld, in der die Bücherei ist. Neben dem Schulte-Witten-Park, indem jedes Jahr zum Ende der Sommerferien ein Fest stattfindet, liegt der Wilhemplatz. Dieser Platz, der erst vor kurzem renoviert wurde, beinhaltet verschiedene Einkaufsläden. Der Wilhelmplatz dient auch seit Neuem als Ort für die alljährliche Dorstfelder Kirmes. Dort hat man auch die Möglichkeit, mit den Bussen und Bahnen der Dortmunder Stadtwerke zu den anderen Vororten Dortmunds, wie Huckarde und Marten oder in die City zu fahren. Ein weiteres bekanntes Bauwerk von Dorstfeld ist das Versorgungsamt an der Ottostraße. Seine Fassade gleicht einem griechischem Tempel. Mehrere Säulen stützen das Vordach und man gelangt entweder über Treppen frontal zum Eingang oder mit einem Auto von den Seiten.
Der Dorstfelder Betriebshof der Dortmunder Stadtwerke ist vollautomatisiert und dient als "Parkplatz" für Straßenbahnen. Dort werden die Routen der Straßenbahnlinien gesteuert. Außerdem befindet sich in Dorstfeld das Ausbildungszentrum des "Mammutkonzerns" Krupp-Hoesch. Das Gewerbegebiet in Oberdorstfeld an der Planetenfeldstraße hat eine große Anzahl verschiedener Betriebe in Richtung Handwerk und Technik. Das bekannteste ist die Zweigstelle des Automobil-Konzerns VW, die dort zusammen mit Audi den Konzern vertritt. Neben VW sind dort noch Toyota, Volvo und Mitsubishi an Automobilmarken vertreten. Ebenfalls bekannt ist Willich, die sich um Zeichnungen in Richtung Maschinenbau kümmern. Neben der Industrie hat Dorstfeld aber eine ganze Menge an Grünfläche zu bieten, den Revierpark Wischlingen nämlich. Dort sind beste Möglichkeiten zum Spazierengehen, Radfahren oder einfach nur zum Ausspannen. Schwimm- und ähnliche Möglichkeiten sind im Freibad und Aktivarium. Weiterhin sind im Revierpark Wischlingen zwei Schulen vorhanden. Zum einen die Wilhelm-Busch-Realschule und zum anderen das Reinoldus- und Schiller - Gymnasium. Doch das bekannteste Gelände in der Nähe unserer Schule ist das Naturschutzgebiet Hallerey. Das 55 ha große Gebiet, als Kernstück eine 33 ha große Wasserfläche, ist seit 1977 unter Schutz. 320 verschiedene Pflanzen, davon stehen 13 auf "Roten Liste", 174 Schmetterlingssorten, 9 Amphibienarten, teils auf der "Roten Liste", und 230 Vogelsorten, mit 42 Arten auf der "Roten Liste". Im Bereich des Sportes ist Dorstfeld in vielen Bereichen vertreten.
Karlsglück Dorstfeld, der SC Dorstfeld 09 und der Spielverein 26 vertreten den Fußballbereich. Der ATV Dorstfeld vertritt mehrere Bereiche des Sportes. Zum einen den Basketball und Handball und zum anderen den Turn- und Tennisbereich.
Insgesamt ist Dorstfeld in allen Bereichen des Alltages vertreten. Für jeden Geschmack ist hier etwas.
Weitere interessante Links: http://www.geocities.com/dorstfeld/
Das Naturschutzgebiet Hallerey
Das 55 ha große Naturschutzgebiet Hallerey , das seit 1977 unter Schutz steht , liegt in der Nähe des Dortmunder Stadtzentrums , am RSG . Kernstück bildet dabei die ca. 33 ha große Wasserfläche, die ihre Entstehung zum einen der seit Anfang des 19. Jahrhunderts eingetretenen , heute aber abgeschlossenen , Bergsenkung verdankt . Zum anderen ist die 1984/85 durchgeführte Verrohrung des Weustgrabens , der diagonal durch den Teich fließend - vorher als offener Vorfluter diesen Bereich entwässerte , für die große Wasserfläche verantwortlich .
Im Rahmen der Untersuchungen konnte die stattliche Zahl von 320 Gefäßpflanzenarten im Gebiet nachgewiesen werden . 13 Arten werden auf der Roten Liste NW geführt , davon fünf auf der Vorwarnliste ,drei Arten sind regional gefährdet , zwei Arten sind potentiell gefährdet und drei Arten sind gefährdet . Vor allem auch faunistisch besitzt dieses Gebiet hohe Bedeutung :
- Die 174 nachgewiesen Großschmetterlingsarten stellen für einen anthropogen stark beeinflussten Bereich ein bemerkenswertes Ergebnis . Es sind zwar vornehmlich in NRW häufig aufzufindende Arten , dennoch finden sich einige für den Dortmunder Raum und teilweise für ganz NRW seltenere Spezies darunter .
- Insgesamt konnten 9 Amphibienarten nachgewiesen werden , was im Vergleich zu anderen Gewässern des Ruhrgebietes einen Spitzenwert darstellt . Von den nachgewiesenen Arten sind Kammolch und Kreuzkröte in der Roten Liste NRW als gefährdet (RL 3) eingestuft . Die Geburtshelferkröte ist als besonders zu schützende Art in die Bundesartenschutzverordnung aufgenommen . Funde dieser Art nördlich der Bundesstraße 1 sind als regionale Seltenheit zu betrachten . Allerdings sind die Populationen von Kammolch , Geburtshelferkröte , Kreuzkröte und Grasfrosch populationsgefährdend geschrumpft .
- Seit 1961 wird die Vogelwelt des Untersuchungsgebietes regelmäßig beobachtet . In diesem Zeitraum konnten 230 verschiedene Arten nachgewiesen werden . Im Untersuchungszeitraum wurden 136 Vogelarten beobachtet , unter denen zahlreiche für die Region ausgesprochene Seltenheiten zu finden waren und 42 Arten auf der Roten Liste NRW standen , womit Hallerey vermutlich das aus ornithologischer Sicht bedeutendste Gebiet des Ruhrgebietes ist .Auch als Rastplatz hat das Naturschutzgebiet wichtige Bedeutung für durchziehende Wasservögel .
- Für Säugetiere stellt sich das Gebiet Hallerey mit 16 nachgewiesenen Arten als recht artenreich dar .
Durch seine Lage ist das NSG zahlreichen Beeinträchtigungen und Entwicklungseinschränkungen ausgesetzt , die sich durch die "Enge" des Gebietes im Siedlungsbereich und dem damit verbundenen Nutzungsdruck ergeben . Dies sind der Erholungsdruck u.a. durch die Nähe des Revierparks Wischlingen und der Erweiterungsbedarf für die Sportflächen . Gravierender sind die Beeinträchtigungen durch vorhandene Infrastruktur wie die Straßen oder die offenen Vorfluter zu beurteilen , die sich u.a. als Wanderungsbarrieren für Amphibien darstellen und einem Biotopverbund entgegenstehen .
Ein weiterer Faktor , der bei den Bestandsveränderungen der Jahre bis 1991 entscheidenden Einfluss hatte , ist der Verlust der großflächigen Röhricht- und Schilfbestände der Verlandungszonen , die seit des durch die Verrohrung des Weustgrabens verursachten Wasserspiegelanstieges verloren gegangen sind. Sowohl floristisch als auch faunistisch hatte dies folgende Auswirkungen:
- Im Vergleich zu früheren Untersuchungen konnten in Hallerey 48 Gefäßpflanzenarten nicht mehr nachgewiesen werden, davon 11 Arten der Roten Liste Nordrhein-Westfalens. Ursachen hierfür sind zum einen die natürliche Sukzession und zum anderen der großflächige Verlust der Röhricht- und Verlandungszonen.
- Beim Tierbestand in Hallerey sind Veränderungen in den Jahren bis 1991 festzustellen. Dies ist vor allem bei den aquatilen Arten der Libellen, Amphibien und Vögel zu beobachten:
Bei den seit 1984 nachgewiesenen Libellenarten können im Rahmen der Untersuchungen zum Biotopmanagementplan nur noch 6 Arten bestätigt werden. Dies liegt zum einen an dem für Libellen sehr kalten und ungünstigen Frühjahr 1991 , und zum anderen trifft es für 8 der 10 verschollene Libellenarten zu , dass diese auf Unterwasserpflanzen und / oder Röhricht angewiesen sind .
- Bei den Amphibienbeständen zeichnet sich bis 1991 auch ein deutlicher Rückgang ab .Von 1965 bis 1985 haben alle im Gebiet vorkommenden Amphibienarten um ca. 90 % abgenommen . Hier zeigen sich die Auswirkungen des Verlustes der Laichgewässer sowie des Straßentodes und der Verluste an den kanalisierten Vorflutern . Auch die umfangreichen Veränderungen der Landlebensräume ( Bau des Schulzentrums und des Revierparks ) tragen dazu bei . Weiterhin haben von 1965 bis 1991 die Bestände der regional seltensten Arten wie Kammolch ( RL 3 , 99,7 % Abnahme ) , Geburtshelferkröte ( 99,25 %) und Kreuzkröte ( RL 3 ; 97,5 % ) dramatisch abgenommen . Durch Amphibienschutzmaßnahmen seit 1982 wie Leitsysteme , Durchlässe unter Straßen , Verrohrung des Weustgrabens und teilweise Sperrung der Höfkerstraße wurden andere Artbestände stabilisiert , zum Teil sogar vergrößert ( z.B. Erdkrötenbestand um 15 % , Molchbestand 86 % seit 1991).
-Erhebliche Bestandsveränderungen sind sowohl bei den Brut - als auch bei den Gastvögeln zu beobachten . Mit dem Verlust der großflächigen Röhrichtflächen verschwanden eine Reihe von Arten vollständig , vor allem Rote - Liste - Arten wie die vom Aussterben bedrohten Arten Rotschenkel und Rohrweihe und die stark gefährdeten Arten Wasserralle, Steinschmätzer, Schlafstelze , Bekassine, Braunkehlchen, Krickente u .v .m . Insgesamt sind nur noch 10 der 14 im Jahr 1985 vorkommenden Rote -Liste -Arten anzutreffen , davon keine vom Aussterben bedrohte Art ( RL 1 ) . Allgemein betrachtet konnten von dem seit 1961 nachgewiesenen 89 Vogelarten 1991 nur noch 62 Arten gefunden werden , das bedeutet einen Rückgang der Artenanzahl von ca. 30 % (davon 6 Wasser- und Sumpfvogelarten ) . Weiterhin ist zu bemerken , das sich 15 der heute vorkommenden Brutvogelarten seit 1962 neu angesiedelt haben . Bei den noch 62 im Gebiet brütenden Arten ist für 7 Arten ( davon 6 Wasser- und Sumpfvogelarten ) ein negativer und für 23 Arten ( davon nur 2 Wasservogelarten ) ein positiver Bestandstrend seit 1984 festzustellen .
Seit 1982 sind zahlreiche Schutzmaßnamen vor allem für die Erhaltung des bedeutenden Amphibienbestandes durchgeführt worden . Hierzu zählen die Einrichtung von Amphibienschutzzäunen entlang der Höfkerstraße und der OW III a in mehreren Jahren , die Anlage eines Ersatzlaichgewässers im Regenrückhaltebecken ( 1983 ) , die Verrohrung des Abwasserkanals Weustgraben und seiner Nebengräben ( 1984 / 1992 ) , Sperrung der Hallereystraße für den Kfz - Verkehr und der Bau von Steinwällen als Ersatzwintererlebnis ( 1986 ) und von Krötentunnel an der Höfkerstraße ( 1988 ) . Das Zusammenspiel dieser Schutzmaßnahmen bewirkt offensichtlich die positive Bestandsentwicklung seit 1991 .
Trotz der Beeinträchtigungen und der Bestandsveränderungen ist die Schutzwürdigkeit dieses Gebietes als hoch zu bewerten . Es gehört zu den wertvollsten Gebieten des Ruhrgebiets . Seine besondere " Lebensraumqualität für die an offene große Wasserflächen und deren typischen Habitatsstrukturen gebundenen Pflanzen - und Tierarten " ( LP Dortmund - Mitte ) hat nicht an Bedeutung verloren . Jedoch für Flora und Fauna , die speziell an Verlandungsbereiche mit großflächigen Röhrichtzonen angewiesen sind , hat Hallerey einen Bedeutungsverlust erlitten . Auch ist mit dem Anstieg des Wassers und den unmittelbar damit verlorengegangenen Feuchtwiesen - und Röhrichtbereichen aus botanischer Sicht die Schutzwürdigkeit des Gebietes als gering einzuschätzen . Deshalb ist es oberstes Ziel des Biotopmanagementplanes , Strukturvielfalt wiederherzustellen , in dem vornehmlich neue große Flachwasserbereiche mit Röhrichten geschaffen werden .
Weiterhin müssen Pufferzonen zwischen den Siedlungs - und Erholungsbereichen und dem hoch empfindlichen Gewässerbereich aufgebaut werden . Die Minimierung der Beeinträchtigungen in der Umgebung , die Sicherung und Aufwertung der schutzwürdigen Flächen sowie die weitmögliche Überwindung der für den Natur - und Artenschutz bestehenden isolierten Lage sind weitere Ziele . Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden , sind folgende zusammengefasste Maßnahmen entwickelt worden,die der Sicherung und Optimierung des Natur - und Artenschutzes im Hallerey dienen
1. Schutzmaßnahmen :
- Allgemeine Schutzmaßnahmen wie Erweiterung des Naturschutzgebietes , Errichten von Beobachtungsständen , Aufstellen von NSG - Hinweisschildern und Errichtung eines Informationszentrums , Angelverbot .
- Straßen - bzw. . Wegesperrungen und -aufhebungen in Teilbereichen , die die Höfkerstraße , die Straße "Hallerey " und " Am Roten Haus " betreffen .
- Besondere Tierschutzmaßnahmen wie Anlage von Amphibiendurchlässen und Leitsystemen am Wischlinger Weg , Errichtung einer Amphibienbrücke über dem Roßbach , Aufschüttung von Steinhaufen als Winterquartier , Verrohrung von Abwassergräben und Abbau von Hochspannungsfreileitung .
2. Entwicklungsmaßnahmen :
- Anlage von Gehölzstrukturen wie Immissionsschutzstreifen entlang der A 45 , Baumreihen entlang der Straßen " Am Roten Haus " und " Hallerey " , Weißdornhecken an Wiesen und Streuobstwiesen auf ehemaligen Ackerbauflächen .
- Umwandlung von Flächen zur Extensivierung wie die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland und in Wildwiese im Bereich des erweiterten Friedhofs und der Schulen als ökologische Schneisen , Entwicklung von einschürigen Wiesen und die Aufhebung des Parkplatzes am Wischlinger Weg zur Besiedlung mit Röhrichtarten .
- Schaffung von Gewässerstrukturen wie die Anlage von Kleingewässern ( wechsel - bzw. dauerfeucht ) und vor allem die von großen Röhrichtflächen .
3. Pflegemaßnahmen :
- Pflege von Gehölzbeständen wie die naturgemäße Waldbewirtschaftung und Durchforstung
- Pflege von Sukzessionsflächen , beispielsweise Entfernen standortfremder Gehölze und expansiver Reynoutria - Bestände ( Jap . Staudenknöterich ) und Mahd von Hochstaudenfluren und Wiesenbereichen
- Pflege durch extensive Nutzung wie die Beweidung von Grünland .
Die Legende vom heiligen Reinoldus
An manchen Stellen Dortmunds, so am Eingang des Stadthauses und im Chor der Reinoldikirche, trifft man auf das Bild eines Ritters mit Schwert und Schild. Es stellt den heiligen Reinoldus dar, den Schutzpatron Dortmunds. Niemand kann uns heute genaues über sein Leben erzählen. Nur die Legende weiß über ihn zu berichten.
Vor vielen hundert Jahren lebten in Frankreich der tapfere Graf Haymon und seine Frau Aya, die Schwester Kaiser Karls des Großen. Reinoldus war der stärkste unter ihren vier kriegerischen Söhnen, die es wagten, sogar dem mächtigen Onkel zu trotzen. Karl der Große schickte sein Heer, den Stolz der Haymonskinder zu brechen. Doch diese flüchteten auf dem Wunderpferd Bayard in die Felsenburg Montelban im Tal des Girondeflusses. Sieben Jahre lang belagerten Karls Ritter erfolglos die feste Burg. Doch dann wuchs die Not der Verteidiger von Tag zu Tag. In der größten Gefahr half ihnen wie so oft vorher das Riesenpferd Bayard. Wieder trug es die vier Brüder mitten durch die Schar der schwerbewaffneten Feinde in den dichten Wald des Ardennengebirges. Hier jedoch mussten sie sich den Verfolgern ergeben und das edle Ross dem Kaiser ausliefern. Der ließ es ertränken.
Aus Schmerz um Bayards Tod pilgerte Reinold ins Heilige Land. Durch seine Heldentaten wurde die Stadt Jerusalem aus den Händen der Mohammedaner befreit. Er aber verzichtete auf Dank und Ehre. Wie er gegangen war, so kehrte er als Büßer nach Frankreich zurück. Da hörte er vom Bau der Peterskirche in Köln, ging hin und diente als einfacher Steinträger. Er arbeitete für acht, nahm aber nur einen Pfennig Lohn. Niemandem nannte er seinen berühmten Namen; man rief ihn deshalb "Sankt Peters Werkmann". Wegen seines Fleißes haften ihn die anderen Arbeiter; sie wurden nicht selten seinetwegen gescholten. Darum töteten sie ihn.
Seine Leiche steckten sie in einen Sack, beschwerten ihn mit Steinen und warfen ihn in den Rhein. An dem Orte aber, da der Leichnam versank, hörten fromme Menschen wundersame Lieder. Auch ein Licht erschien dort, das wie die Sonne leuchtete. Eine fromme Witwe, die blind, taub und gelähmt war, träumte eines Nachts, am Rhein würde sie von ihrem Leiden genesen. Mitleidige Leute trugen sie zu der berühmten Stelle. Da wurde sie sehend, erblickte den Sack mit Reinolds Leichnam, sprang vom Bette und zog ihn ans Land.
Plötzlich begannen alle Glocken Kölns von selbst zu läuten. Die herbeigeeilten Priester aber lasen auf dem Gürtel des Toten die Worte "Ich heiße Reinold von Montelban".
Als die Dortmunder von der wundersamen Geschichte hörten, schickten sie Boten zum Bischof von Köln. Sie baten ihn um ein Glied des Toten, weil sie ihm zu Ehren eine Kirche bauen wollten. Der Bischof verweigerte es ihnen. Mit leeren Händen mussten sie umkehren. Als man jedoch den Leichnam auf einen Karren lud, um ihn in des Bischofs eigene Kirche zu bringen, rollte der Wagen mit dem Toten von selbst einen anderen Weg. Erst in Dortmund blieb er stehen. Hier aber bauten die Bürger ein großes steinernes Gotteshaus, setzten darin den Leichnam bei und nannten es "Reinoldikirche".
Wenn man unter der "Vierung" der Reinoldikirche stehst, dort, wo Längs- und Querschiff sich kreuzen, gewahrt man über sich auf dem Schlussstein des Gewölbes das Bild der Haymonskinder mit ihrem starken Pferd Bayard.
(nach: Heimatbuch für Dortmund, Georg Westermann Verlag 1965, S.39f.)