China

Gruppenfoto mit dem Besuch aus Xi’an

In China einmalige Erfahrungen sammeln

Über die Grenzen Europas hinaus wurde ein Kooperationsvertrag mit der 89. Schule Xi’an, Dortmunds Partnerstadt in China, geschlossen. Unsere Schule ist stolz auf diese Partnerschaft und darauf, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eines Austauschs außerhalb Europas bieten können. Der erste Besuch der chinesischen Austauschschülerinnen und -schüler erfolgte in der letzten Woche des Schuljahres 2017/18 woraufhin die RSG-Delegation ihren Gegenbesuch im Oktober 2018 antrat. So wie in diesem Jahr werden auch bei zukünftigen Austauschprogrammen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, die Städte Peking und Shanghai zu besichtigen und das Leben in Gastfamilien in der Partnerstadt kennen zu lernen.

Erfahrungsberichte

Paula Gottschalk, Q2

Eine Woche bevor die Chinesen kamen, hatte ich mit meiner chinesischen Partnerin über WeChat [das chinesische Pendant zu WhatsApp] geschrieben und dachte deshalb, dass wir uns bei unserer ersten Begegnung sofort super verstehen würden. Allerdings war es trotzdem sehr ungewohnt und nach dem ersten Vorstellen standen wir unschlüssig nebeneinander. Nachdem ich ihr die Wohnung gezeigt hatte, schlug ich ihr einige Aktivitäten vor, aber sie wirkte nie so begeistert. Es war eine angespannte Stimmung, und es war nicht einfach ein gemeinsames Gesprächsthema zu finden. Teilweise merkte ich, dass wir einander nicht verstanden, sodass wir versuchten es mit einem Lächeln zu überspielen. Im Verlauf der Woche wurde es immer besser, die Stimmung wurde lockerer und es fiel leichter Gesprächsthemen zu finden. Als Jessica manchmal auf Entweder-Oder-Fragen mit „okay“ antwortete, wurde mir klar, dass die Verständigung noch nicht perfekt war, aber wir behalfen uns mit Google Übersetzer. Wir stellten beide viele Fragen über den (Schul-)Alltag des Anderen, der sehr verschieden ist. Als wir über Musik gesprochen und festgestellt hatten, dass wir beide ähnliche Musik hören oder (meistens zumindest) die Lieblingsband oder den Lieblingssänger des Anderen kennen, wurde die Stimmung lockerer und ich bekam den Eindruck, dass Jessica sich wohlfühlt. Nach nur einem Tag gewöhnte ich mich an den „neuen“ Alltag und auch Jessica wurde immer offener und die Kommunikation klappte immer besser.
Am Dienstagabend wollten wir in ein chinesisches Restaurant fahren, um herauszufinden, ob das Essen wirklich so ist wie in China. Allerdings äußerte Jessica den Wunsch, dass sie gerne an einem Abend für meinen Vater kochen würde und da die nächsten Abende verplant waren, kehrten wir um und fuhren zu EDEKA. Dort brauchten wir etwas länger um alles zu finden, was Jessica und ihre Freundin (die für kurze Zeit bei uns zu Besuch war) zum Kochen brauchten, aber irgendwann hatten wir alles beisammen. Zuhause fingen sie dann an zu kochen und haben fast zwei Stunden gebraucht, während Jessicas Mutter über WeChat Hilfe und Tipps gab. Das Ergebnis ließ sich sehen: Der ganze Tisch stand voll mit Tellern und Schüsseln, die mit den verschiedensten Speisen gefüllt waren, von Fleisch bis hin zu Tomaten, gemischt mit Rührei. Es war schön zu sehen, wie glücklich sie war, als wir ihr sagten, wie lecker das Essen gewesen sei.
Weiterhin ist zu sagen, dass das Programm sehr gut war, weil ich selbst mehr von Dortmund kennengelernt habe. Dabei ist auch aufgefallen, wie höflich alle Chinesen sind und dass sie sehr viel fotografieren, was bei uns in China wahrscheinlich genauso sein wird. Insgesamt war es eine schöne Woche, in der der kulturelle Unterschied zwar deutlich wurde, jedoch keine Hürde darstellte.

 

Marie Buchmakowsky, Q2

Am Morgen der Ankunft unserer Austauschschüler lag zunächst Anspannung und Nervosität in der Luft. Wir verabredeten uns in der Schulaula und trafen die finalen Vorbereitungen, bis es so weit war: die Austauschschüler standen in Reih‘ und Glied geordnet auf unserem kleinen Schulhof und beschauten aufgeregt und voller Vorfreude unsere (für sie) sehr kleine Schule. Unsere Eltern waren begeistert, wie diszipliniert sie sich verhielten, spaßten jedoch auch über die Koffer, welche im perfekten rechten Winkel zu einander standen. Sie wünschten, wir wären genauso…
Dann ging es los, und die Schülergruppe aus China betrat die Aula. Es war still. Sehr still… Die Begrüßungen und Reden der Lehrer schienen in Zeitlupe voran zu schreiten, da man es kaum mehr erwarten konnte, wer „MEIN CHINESE“ war. Im Vorfeld übten wir zwar die chinesischen Begrüßungen und wie man sich vorstellte, aber bei der Aufregung hat sich wohl jeder von uns ein wenig „blamiert“, wenn die Aussprache nicht mehr ganz hinhaute. Doch als man dann ENDLICH (!!) seine Austauschpartner in die Arme schließen konnte, war jede Aufregung verflogen… naja fast… wie verständigen wir uns denn jetzt? Und was sollen wir heute noch machen? Schließlich trafen wir uns in Kleingruppen im Revierpark. An den nächsten Tagen stand dann ein spannendes Programm an. Wir gingen Rudern und Klettern, mal in die Höhe auf dem Skywalk am Phönixsee, und mal reisten wir (zumindest mental) in die Zeit zurück, in welcher unsere Großeltern untertage arbeiteten. Einige machten spannende Experimente im Labor, während wieder andere in der Sonne beim Fußballtraining im Westfalenstadion schwitzten. Die Woche war rückblickend zwar sehr anstrengend, aber das was blieb, ist eine große, zusammengewürfelte Truppe aus Chinesen und Deutschen, die sich mittlerweile sehr liebgewonnen hatte und noch immer viel Kontakt hält. Auch schulintern wuchsen wir stärker zusammen und Freundschaften entstanden.