Ein besonderer Einblick in die Tierethik am Reinoldus- und Schiller-Gymnasium
Im Rahmen der Unterrichtsreihe Tierethik beschäftigte sich der Philosophiekurs der Klasse 5 mit der Frage, warum wir uns für die Rechte von Tieren stark machen sollten. Ausgehend von David Humes Mitleidsethik fragten sich die Schülerinnen und Schüler: Warum haben wir eigentlich so wenig Mitleid mit Stadttauben?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, erhielt der Kurs ganz besonderen Besuch: Lelaina Otto von der Stadttaubenhilfe Dortmund/Lünen e.V. kam in den Unterricht und erzählte eindrucksvoll von der oft übersehenen, schwierigen Situation der Stadttauben in Dortmund.





Aufräumen mit Vorurteilen
Viele Menschen bezeichnen Tauben als „Ratten der Lüfte“ – ein Vorurteil, das sich hartnäckig hält. Lelaina Otto machte jedoch deutlich, dass diese Bezeichnung nicht nur unfair, sondern auch sachlich falsch ist. Die verbreitete Annahme, Tauben seien gefährliche Krankheitsüberträger, stimme nicht: Krankheiten von Tauben übertragen sich nicht auf den Menschen. Die Kinder erfuhren, dass Stadttauben Nachfahren von einst domestizierten Haustieren sind – und damit Tiere, für deren Situation der Mensch Verantwortung trägt.
Tierschutz zum Anfassen
Ein besonderes Highlight waren die beiden Tauben, die Frau Otto mitgebracht hatte. Die Tiere, die durch Unfälle flugunfähig geworden sind, leben derzeit in ihrer Obhut. Für die Schülerinnen und Schüler war dies ein berührender Moment: Tierschutz zum Anfassen, der die Inhalte des Ethikunterrichts auf eindrucksvolle Weise lebendig werden ließ. Viele Kinder staunten über die Sanftheit und Ruhe der Tiere und waren sichtlich bewegt von deren Schicksal.
Ein Brief an den neuen Oberbürgermeister
Der Besuch hat im Kurs viel Nachdenken ausgelöst. Gemeinsam kamen die Schülerinnen und Schüler zu dem Schluss, dass Tauben mehr Schutz und sichere Lebensräume benötigen. Deshalb verfassen sie nun einen Brief an den neuen Oberbürgermeister Alexander Kalouti. Darin bitten sie um die Einrichtung eines Taubenhauses, das gleich mehrere Vorteile hätte:
- Es bietet den Tauben eine sichere Zuflucht.
- Es ermöglicht, Eier durch Gipseier zu ersetzen und so die Population tierfreundlich zu regulieren.
- Es sorgt dafür, dass die Stadt sauberer bleibt – denn Tauben erledigen ihr „Geschäft“ bevorzugt dort, wo sie zuhause sind.
Fazit
Der Besuch der Stadttaubenhilfe war ein nachhaltiges Erlebnis für die Klasse 5. Die Kinder lernten nicht nur viel über Tierethik, Verantwortung und Mitgefühl, sondern sahen auch aus nächster Nähe, wie wichtig engagierter Tierschutz ist. Vielleicht trägt ihr Brief bald dazu bei, dass Dortmund ein Taubenhaus bekommt – und damit ein Stück gerechter für Tiere wird, die ohne Schuld verfolgt werden.
Wer die Stadttaubenhilfe Dortmund/ Lünen e.V. unterstützen möchte, kann dies durch Sachspenden tun. Benötigt werden:
- Wickelunterlagen (60x60cm und 60x90cm)
- Desinfektionstücher/ Feuchttücher
- Küchenrollen
- Kleine Näpfe
- Bepanthen Augen- und Nasensalbe
- Tageszeitungen
- Einmalspritzen in verschiedenen Größen
- Taubenfutter/ Körner/ Saaten ungesalzen
- NutriBird A19/21
- Injektionsnadeln
- Mikroskop Objektträger und Deckgläser
Abgegeben werden können die Spenden bei Frau Born, die diese dann kurz vor den Weihnachtsferien der Taubenhilfe bringt.
Wer sich ehrenamtlich bei der Stadttaubenhilfe Dortmund/ Lünen e.V. engagieren möchte, meldet sich bitte direkt via Facebook oder Instagram beim Verein.

